Bundestagsabgeordneter Artur Auernhammer sprach in der 14. Sitzung des 19. Deutschen Bundestages zum Antrag der  Grünen "Pestizide jetzt wirksam reduzieren": 

(Das Video zur Rede finden sie auf der Homepage des Deutschen Bundestages.)

Artur Auernhammer (CDU/CSU): Herr Präsident! Meine sehr verehrten Damen und Herren! Viele Reden hier im deutschen Haus sind nicht umsonst. Ob es kostspielig wird für unsere Nation, das zeigt sich immer hinterher.

Meine sehr verehrten Damen und Herren, Diskussionen um die Landwirtschaft hier im Bundestag sind immer von starken Emotionen begleitet. Das war in der letzten Legislaturperiode so, und das ist auch in dieser Legislaturperiode so, merke ich. Im Deutschen Bundestag wurde oft über die Rolle des Einsatzes von Pflanzenschutzmitteln diskutiert. Mit Ihrer Erlaubnis, Herr Präsident, zitiere ich den Kollegen Ebner aus dem Protokoll der Plenarsitzung vom 23. März 2017:

"Solange es keine Alternativen gibt, fordern wir die Bundesregierung auf, sich bei der EU konsequent für die Prüfung einer zeitlich und mengenmäßig begrenzten Zulassung von Kaliumphosphonat im Ökoweinbau einzusetzen."

Jetzt muss man natürlich wissen: Dieses Präparat ist ein Pflanzenschutzmittel, in Ihrer Sprechweise eigentlich ein Pestizid. Meine sehr verehrten Damen und Herren, lassen Sie uns etwas mehr abrüsten und hier im Deutschen Bundestag näher an der Sache orientiert diskutieren.

So muss es auch in unser alle Interesse sein, dass wir die Leistungen der deutschen Landwirtschaft sehen. Die deutsche Landwirtschaft diskutiert längst nicht mehr die Frage: Soll ich konventionell oder ökologisch produzieren? Diese Entscheidung trifft jeder Betriebsleiter für sich, für seine persönlichen Rahmenbedingungen, das geht nicht über politische Diskussionen.

Lassen Sie uns darüber diskutieren, wie wir die Rahmenbedingungen der gesamten Landwirtschaft verbessern. Dazu gehört auch der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln. Die deutsche Landwirtschaft und die Weltlandwirtschaft haben eine große Herausforderung vor sich. Die Weltbevölkerung hat sich seit 1950 verdreifacht, und sie wird sich weiterhin rasant entwickeln. Die landwirtschaftliche Nutzfläche auf der Welt wird ständig kleiner. Es ist unsere Aufgabe, die Landwirtschaft mit modernen Methoden, mit modernen Technologien in die Lage zu versetzen, die Weltbevölkerung zu ernähren, und das auch im Einklang mit der Umwelt.

Gerade wenn es um die Zukunftsperspektiven der Landwirtschaft – wir reden hier in erster Linie von der deutschen Landwirtschaft – geht, müssen wir immer auch im Fokus haben: Wie stehen wir im internationalen Vergleich da? Welche Auflagen machen wir unserer deutschen Landwirtschaft im internationalen Vergleich, und welche Rahmenbedingungen setzen wir ihr? Da hilft es wenig, wenn wir hier im Deutschen Bundestag einseitig gegen eine konventionelle Landwirtschaft wettern. Vielmehr hilft es, wenn wir gemeinsam um die beste Lösung ringen und hier diskutieren.

Meine sehr verehrten Damen und Herren, eine große Herausforderung für unsere Landwirtschaft ist das gesamte Thema der Digitalisierung. Die Digitalisierung ist eine Herausforderung und eine Chance. Sie wird uns auch in der Pflanzenproduktion, in der Tierproduktion ermöglichen, effektiver, effizienter, moderner, zielorientierter und vor allem auch umweltfreundlicher zu produzieren. Wir haben hier schon viel über das Thema Glyphosat diskutiert. Warum ist Glyphosat so in Verruf gekommen? Weil es flächenweise eingesetzt worden ist. Heute gibt es moderne Technologien, bei denen mir der Satellit sagt, an welcher Stelle auf dem Feld zum Beispiel die sogenannte Gemeine Quecke steht. So kann ich mit dem Pflanzenschutzgerät hinfahren und muss die Pflanze nur so bekämpfen, wie es eigentlich notwendig ist. Das ist die große Chance, die wir durch die Digitalisierung in der Landwirtschaft haben. Dieses gemeinsam auf den Weg zu bringen, dieses gemeinsam hier im Deutschen Bundestag zu begleiten, ist, glaube ich, unser aller Aufgabe. Ich bedanke mich für die Aufmerksamkeit.

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